Umwelt und Naturschutz  Stand: 14.08.2007

Info/Neu: 
Neue Fledermaus Nisthöhlen [mehr...]

 

1. Allgemeine Beschreibung unseres Geländes

2. Sport treiben ohne die Belange des Naturschutzes zu vernachlässigen

2.1 Naturschutz und Landschaftspflege

2.2 Aktionstage „Sport und Umwelt“

2.3 Umweltschonende Vereinsfeste – Abfallwirtschaft

3. Strom aus der Sonne – Umweltfreundliche Energieerzeugung mittels Photovoltaik

4. Schutz gefährdeter oder vom Aussterben bedrohter Tierarten

4.1 Fledermausschutz mittels Aufhängen von Nisthilfen

4.2 Schutz von unter Naturschutz stehenden Wildbienen durch Aufhängen von Nistblöcken

4.3 Aufhängen von Nisthöhlen für verschiedene Vogelarten

4.4 Trockenmauer als Nistplatz für Eidechsen

4.5 Rauchschwalben unter unserer Steganlage

5. Umweltschutz in der Jugendausbildung  
Link zur Bauanleitung (Nisthilfen usw.) 

6. Errichtung von 2 Info-Umwelttafeln

7. Publizierung der Maßnahmen zu einem Lösungsweg der Vereinbarkeit von Wassersport und Natur

8. Zusammenarbeit mit Umweltorganisationen

9. Organisatorische Maßnahmen in unserem Verein – Vorstandsmitglied als Umwelt- und Naturschutzbeauftragter

10.  Zehn goldene Regeln für das Verhalten von Wassersportlern in der Natur 


1. Allgemeine Beschreibung unseres Geländes   

Unser Clubgelände befindet sich am Schäfersee in der Gemarkung Lingenfeld, einem durch Kiesausbeute entstandenen Gewässer nördlich des Lingenfelder Altrheines. Der Verein erhielt das Gelände von 12.000 m² im Jahr 1977 von der Gemeinde Lingenfeld verpachtet. Zum Zeitpunkt der Verpachtung war es eine Sandwüste von Baggern zerwühlt. Nach einem Begrünungsplan wurde das Gelände mit Unterstützung des Forstamtes Bellheim renaturiert, wobei bestehende Bäume wie Eichen und Akazien ergänzt wurden. Das Clubgelände wurde mit Rechtsverordnung vom 04.04.1997 als Bestandteil des Naturschutzgebietes „Schwarzwald“ unter Naturschutz gestellt.



Zufahrt zum Clubgelände 

2. Sport zu treiben ohne die Belange des Naturschutzes zu vernachlässigen: 
Das ist uns ein sehr wichtiges Anliegen. Wir bemühen uns ein naturnahes Areal zu schaffen. 

2.1. Naturschutz- und Landschaftspflege

  • Anpflanzung von 90 Bäumen - Pappeln, Erlen und Haselnusssträucher
  • Anlegen von Wiesen 
  • Anlegen von bewachsenen Uferschutzzonen, teilweise als Schilfzonen. Von 320 m Ufer
    werden nur 60 m zum Anlegen von Jollen genutzt 
  • Begrünung unseres Gerätehauses aus optischen Gründen mit "Wildem Wein“
  • Bau eines Stangenzaunes, weitgehend naturbelassen (durch das offen gehalten
    Gelände haben Rehe, Hasen und Kaninchen Zugang zu unserer Wiese).
  • ca. 50 % des Geländes werden nach Anpflanzung von Gras und Sträuchern nicht mehr
    gemäht.

 

Bewachsene Uferschutzzone

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2.2. Aktionstage "Sport und Umwelt"

Jährliche Teilnahme an der Aktion "Saubere Landschaft" der Gemeinde zur Reinigung der Auwaldgebiete von Abfällen. >>> Siehe Zeitungsartikel der Seglerzeitung...


2.3. Umweltschonende Vereinsfeste - Abfallwirtschaft

Anschaffung von Porzellangeschirr und Bestecken bei Clubveranstaltungen zur Vermeidung von Kunststoffabfällen Getrennte Abfallsammlung und Entsorgung


3. Strom aus der Sonne - Umweltfreundliche Energieerzeugung mittels Photovoltaik

Das Clubgelände liegt ca. 1,5 km von der nächsten Anschlussmöglichkeit an das Stromnetz entfernt.

Bis zum Bau der Photovoltaikanlage haben wir unseren Strombedarf durch den Einsatz eines Notstromaggregates gedeckt, was durch den Lärm und die Abgase, die dadurch verursacht wurden, nicht besonders umweltfreundlich war.

Ein Anschluss an die öffentliche Stromversorgung hätte ca. 25.000,00 € gekostet, was unser kleiner Verein nicht hätte aufbringen können. Deshalb wurde von der Mitgliederversammlung beschlossen, eine Photovoltaikanlage anzuschaffen, um  umweltfreundlich aus Sonnenenergie Strom zu erzeugen.

Mit den auf unserem Gerätehaus installierten 6 Solarmodulen erzeugen wir 12 Volt Gleichstrom, der in 4 Batterien 100 Ah gespeichert wird und 5 Leuchten und 1 Kühlschrank (200 l) betreibt; für unsere Toilettenanlage pumpen wir Wasser in einen Hochbehälter.

Auf unserem Clubhaus wurde ebenfalls 1 Solarmodul mit 1 Batterie für die Beleuchtung installiert.


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Begrüntes Gerätehaus mit Solarmodulen 
(Photovoltaik) und Trockenmauer

Im Praxisbetrieb zeigte sich, dass die Anlage auch bei trübem Wetter ausreichend Strom liefert. Die verhältnismäßig niedrige Leistung der Anlage beruht darauf, dass im Sommer (mit höherer Energieausbeute) hauptsächlich der Strom zum Kühlen der Speisen und Getränke benötigt wird; im Herbst und Winter steht die Beleuchtung im Vordergrund.  Gekocht wird mit Propangas. Interessant ist, dass unser Club 1,5 km vom Kernkraftwerk Philippsburg (jenseits des Rheines) liegt. Dort die Stromerzeugung mittels Kernenergietechnik - bei uns durch regenerative Energiequellen mittels einer Photovoltaikanlage. 




Die Stromverteilung mit Solarbatterien, dem 
Laderegler  und den Sicherungen 

 

4 Schutz gefährdeter oder vom Aussterben bedrohter Tierarten   

4.1. Fledermausschutz mittels Aufhängen von Nisthöhlen

Fledermäuse sind unter Naturschutz stehende Säugetiere, die stark im Bestand zurückgegangen sind. Alle 22 bei uns vorkommenden Fledermausarten sind stark gefährdet und müssen unbedingt geschützt werden. Sie nehmen in den Lebensräumen unserer Landschaft eine besonders wichtige Rolle ein. Sie sind nachtaktive Insektenjäger; daraus wird auch ihre Bedeutung für die biologische Schädlingsbekämpfung deutlich.
Nach dem Erwachen aus dem Winterschlaf im März oder April zieht es die Tiere in ihre Sommerquartiere oder sie machen auf ihrem Weg vom zum Winterquartier Rast bei uns.  

Durch die Zerstörung von Fledermausquartieren (Abriss oder Modernisierung von Altbauten, Abschluss von Dachböden, Fällen von Höhlenbäumen), fehlt es an natürlichen Quartieren zur Aufzucht der jungen Fledermäuse. Deshalb haben wir 20 Fledermaushöhlen als Quartierhilfe aufgehängt, die von Fledermäusen inzwischen angenommen wurden. 




Infotafeln zu den Fledermausarten 

Die Fledermäuse fühlen sich bei uns wohl und haben sich über die Jahre stark vermehrt. 
An Arten sind dies: die Rauhhautfledermaus, der Große- und Kleine Abendsegler und die Mückenfledermaus, die kleinste bei uns vorkommende Fledermausart. Kontrolliert werden die Nisthilfen vom Arbeitskreis

   

 Mehr Infos: Fledermausschutz in Rhl. Pfalz.  oder Fledermausfotografie 

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v.l.n.r: Fledermaus-Nisthilfe,  Fledermaus im Flug,  
Fledermaushöhle und Infotafel


4.2. Schutz von unter Naturschutz stehenden Wildbienen durch Aufhängen von Insekten-Nistblöcken

Von 434 nachgewiesenen Arten von Wildbienen sind 25 bereits ausgestorben oder verschollen. 221 Arten sind in ihren Beständen mehr oder weniger stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht.

Die wichtigste Ursache liegt in der chemischen Belastung der Umwelt, vor allem in der Anwendung von Herbiziden und Insektiziden. Darüber hinaus besteht ein großer Mangel an geeigneten Nistplätzen. Immer mehr nicht imprägnierte alte Zäune und Scheunen mit ihrem morschen Holz, auch Mauern mit mürbem Gestein sowie Altholzbestände verschwinden.

Schutzmaßnahmen haben daher immer zum Ziel, das Nist- und Nahrungsangebot in der offenen Landschaft, im Wald und im Siedlungsbereich deutlich zu verbessern.

Aufgrund der Artenfülle, ihrer weiten Verbreitung und ihrer Anpassungen haben Wildbienen als Bestäuber zahlreicher Wild- und Nutzpflanzen eine hohe Bedeutung für den Naturhaushalt.

Deshalb haben wir mehrer Insekten-Nistblöcke aufgehängt, die den Wildbienen als Brutplatz dienen.

 

Wildbiene und Nisthilfen für Wildbienen 

 

Helmut Sieber mit dem von ihm gebauten Wildbienen Nistkasten


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4.3. Aufhängen von Nisthöhlen für verschiedene Vogelarten

   

 Nisthöhlen für Meisen, Baumläufer, Eulen, Kleiber

Durch die intensive Forstwirtschaft fehlt es vielen Vogelarten an geeigneten Nistplätzen. Wir haben 43 unterschiedliche Nisthöhlen für Meisen, Baumläufer, Eulen, Kleiber, Rotschwänze und andere Vogelarten aufgehängt.  Diese Vogelarten tragen wesentlich zur biologischen Schädlingsbekämpfung bei. Die Nisthöhlen werden regelmäßig gesäubert und kontrolliert.  Über die Brutstätten wird Buch geführt.



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4.4 Trockenmauer als Nistplatz für Eidechsen

An unserem Gerätehaus haben unsere Jugendlichen eine Trockenmauer errichtet, um den Eidechsen einen Lebensraum zu bieten. Eidechsen lieben solche Steine die sich in der Sonne erwärmen.
Auch Erdkröten fühlen sich im unteren Bereich der Trockenmauer, dort wo es etwas kühler ist, wohl.





Zauneidechse auf unserer Trockenmauer


4.5 Rauchschwalben unter unserer Steganlage



Rauchschwalben auf Querträger der Steganlage 
(aufgenommen nach Abnahme 
der Stegplatte im Zuge von Reparaturen)

Ohne unsere Hilfe haben sich auf den Traversen unserer Steganlage ca. 15 Brutpaare der Rauchschwalben, die früher in den Kuhställen mit deren vielen Mücken ihre Heimat hatten, angesiedelt. Im Uferbereich finden sie ausreichend Baumaterial für ihre Nester.

5. Umweltschutz in der Jugendausbildung

Im Rahmen unserer Jugendausbildung (24 Jugendmitglieder) vermitteln wir den Jugendlichen die Wichtigkeit des Umweltschutzes bei der Ausübung des Segelsports. Bei der Prüfung des Jüngstensegelscheins werden revierbezogene Umweltfragen geprüft. Ziel all dieser Maßnahmen ist, den Jugendlichen die Verantwortung für Sauberhaltung der Gewässer und der Uferschutzzonen zu verdeutlichen. 


Unsere Jugendlichen bauen Nisthilfen für Wildbienen und Fledermäuse und haben auch die Trockenmauer für Eidechsen errichtet. Auch das Indianerzelt aus Weidenzweigen, das jetzt begrünt ist, wurde von ihnen gebaut. Es soll unseren Jüngsten ein naturnahes Spielen ermöglichen.

Bauanleitungen für Nisthilfen von Meisen, Fledermäusen und Wildbienen; Errichtung eines Indianerzeltes aus Weidenzweigen und den Bau einer Trockenmauer für Eidechsen.  Link zur Bauanleitung





Bau von Nisthilfen für Wildbienen 




Jugendliche beim Bau des später begrünten Indianerzeltes



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6. Errichtung von zwei  Info-Umwelttafeln

Die seit 20 Jahren durchgeführten Maßnahmen zum Schutze der Natur und der gefährdeten Tierarten wurden im Oktober dieses Jahres durch das Aufstellen von 2 Infotafeln dokumentiert. Sie beinhalten 4 Lehrtafeln über den Lebensraum Stillgewässer, die Lebensweise von Schmetterlingen und Fledermäusen und einheimische Singvögel in Feld und Flur. 
Siehe auch Presseecho... 




 

Infotafel: Lebensraum Stillgewässer und Schmetterlinge 

 

 

Infotafel: Lebensraum Fledermäuse und einheimische Singvögel 
(Feld, Flur u. Gewässer) 



7. Publizierung der Maßnahmen zu einem Lösungsweg der Vereinbarkeit von Wassersport und Natur.

In der Tageszeitung "Die Rheinpfalz", in Verbandszeitschriften und anderen Publikationen auf regionaler Ebene z.B. Verbandsgemeindeblatt, Heimatbrief, Kreisjournal u.a. berichten wir über unsere Umweltaktivitäten.  

Damit sollen andere sporttreibende Personen und Vereine zu umweltgerechtem Verhalten angeregt werden.

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8. Zusammenarbeit mit Umweltorganisationen

Wir arbeiten auf örtlicher Ebene eng mit dem Natur- und Vogelschutzverein Lingenfeld e. V., der NABU, Verb. Gde. Lingenfeld, Fledermausschutz in Rhl. Pfalz. , dem Angelsportverein  Lingenfeld e. V. und dem Forstamt Bellheim zusammen, die uns viele Ratschläge und Anregungen gaben.

Außerdem erhielten wir Informationen von Ornithologen aus den Landkreisen Germersheim und Ludwigshafen über Brutverhalten und Rast- bzw. Überwinterungszeiten von verschiedenen Vogelarten. 

9. Organisatorische Maßnahmen in unserem Verein 
Ein Vorstandsmitglied als Umwelt- und Naturschutzbeauftragter (Vorstandsverzeichnis)

In der Mitgliederversammlung am 04.03.94 wurde ein Vorstandsmitglied, als Umwelt- und Naturschutzbeauftragter gewählt, um diesem Bereich künftig einen noch größeren Stellenwert zu geben, d. h. den Einklang von Sport und Natur zu suchen. Zur Zeit ist Martin Doser Ansprechpartner für alle Umweltfragen der Mitglieder.



Wir wollen den Erhalt der einzigartigen Auenlandschaft in Zusammenarbeit mit Naturschutzverbänden, Kommunen und Vereinen 
(Angler, Segler, Kanuten) auf regionaler Ebene erreichen.


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